TopCamp Hallingdal: Norwegen pur
Kein Strand, kein Pool, keine Animation. Dafür ein Fluss, ein Wasserfall und vier ruhige Nächte in einem der schönsten Täler Norwegens.

Hallingdal: Norwegen pur
Ål, Hallingdal, Norwegen · August 2024
Vier Nächte Hallingdal. Den Fluss haben wir die ganze Zeit gehört.
Lage & Anreise
Hallingdal ist ein langes Tal in Mittelnorwegen, irgendwo zwischen Oslo und dem, was die meisten mit Norwegen verbinden: Fjorde, Wasserfälle, Bergwelt. Der Campingplatz liegt in Ål – eine sehr, sehr kleine Stadt, das sei schon vorab gesagt. Von Oslo haben wir es an einem Tag geschafft. Wir sind von unserem Stopp am Topcamp Bogstad weiter ins Tal gefahren, und der Wechsel war sofort zu spüren. Auf einmal: nur Berge, Fluss und Stille.
Wer von Oslo kommt und entweder nach Norden oder an die Westküste in Richtung Bergen will, macht hier genau richtig Station. Wir sind von Hallingdal über den Hardangervidda und durch Eidfjord und Odda weitergefahren. Was wir dort gesehen haben, erzähle ich vielleicht ein anderes Mal – nur so viel: traumhaft.
Der Platz selbst
Klein und groß zugleich. Die Anlage ist überschaubar – kein riesiger Ferienpark, der sich über Hektar erstreckt. Dafür hat alles seinen Platz, die Parzellengröße hat uns gut gereicht, und es war im August erfreulich wenig los.
Was fehlt: Bäume. Schatten gibt es auf dem Platz keinen. Wer mit dem Campervan kommt und ein grünes Blätterdach erwartet, sollte das wissen. Uns hat es nicht gestört, weil ohnehin der Fluss die Hauptrolle spielt.
Direkt am Wasser. Der Fluss fließt wirklich am Platz vorbei, die Badestelle liegt direkt daneben. Wir sind nicht reingesprungen; Mittelnorwegen im August, sechs Grad in der Nacht – da ist das Bergwasser entsprechend temperiert. Aber einfach daran zu sitzen, das Rauschen zu hören, die Kinder beobachten, wie sie Steine ins Wasser werfen: das reicht. Der Fluss macht diesen Platz aus.
Sanitär & Infrastruktur
Sauber, gut ausgestattet, kein Kritikpunkt. Die Einrichtungen passen zur Größe des Platzes.
Für Kinder / Familie
Norwegen im Sommer ist schön. Norwegen im Sommer ist auch wechselhaft. Bei uns: sechs Grad nachts, und tagsüber nicht immer Sonne. Genau dafür gibt es die Indoorhalle, und wir haben sie intensiv genutzt. Für Kinder bis etwa neun, zehn Jahre ist sie sehr gut geeignet – genug Spielmöglichkeiten, um einen Regentag zu überbrücken. Für ältere Kinder wird es dort schnell eng, aber für den Grundschulalter-Nachwuchs war es genau das Richtige.
Dann noch der Kletterpark in der Nähe – nicht auf dem Platz, aber ein kurzes Stück entfernt. Die langen Seilrutschen waren das Highlight. Kosten? Norwegen eben. Aber es hat sich gelohnt, und wer eine Norwegen-Reise plant, kennt die Preise ohnehin.
Umgebung & Ausflüge
Vom Campingplatz sind wir direkt losgegangen – bergauf, etwa drei Stunden, hoch zum Wasserfall. Oben: das Tal unter uns, Wasser, Stille. Genau für so etwas fahren wir nach Norwegen. Den Aufstieg haben wir keine Sekunde bereut.
Wir haben außerdem den Spaziergang am Fluss entlang nach Ål unternommen. Kurze Distanz, keine große Stadt – Ål gibt nicht viel her, das haben wir ja schon gesagt. Aber der Fluss ist die ganze Zeit dabei.
Fazit in einem Satz
Wer in Mittelnorwegen eine Nacht oder vier braucht und Fluss, Bergwelt und echte Natur sucht, liegt hier richtig.
Gut für: Familien mit Kindern, die gerne wandern; Norwegen-Durchreisende zwischen Oslo und der Westküste; alle, die Natur statt Freizeitpark wollen Weniger gut für: Wer Schatten auf dem Stellplatz braucht; wer Animation, Pool und Trubel erwartet Würden wir wiederkommen? Ja – wenn wir wieder in der Gegend sind.
Was wir gezahlt haben: 4 Nächte August 2024: 165 € gesamt / 41,25 € pro Nacht. Kletterpark extra.
Euer Mathis
Das sind unsere persönlichen Erfahrungen vom August 2024. Campingplätze verändern sich – Preise, Personal, Zustand. Was wir erlebt haben, muss heute nicht mehr so sein.