Charlottenlund Fort: Campen im Schatten eines dänischen Forts
65 Stellplätze, ein historisches Fort, der Øresund vor der Tür – und Kopenhagen in Sichtweite. Das hier ist kein gewöhnlicher Campingplatz.

Charlottenlund Fort: Campen im Schatten eines dänischen Forts
Charlottenlund, Großraum Kopenhagen, Dänemark · Juli 2025
Charlottenlund Fort hat 65 Stellplätze, kein Schwimmbad und kein Animationsprogramm. Dafür ein Festungsgelände aus dem 19. Jahrhundert direkt am Øresund. Das reicht.
Lage & Anreise
Wer von Fehmarn kommt, fährt die Fähre nach Rødby und dann durch das südliche Dänemark Richtung Kopenhagen. Die letzten Kilometer verlaufen an der Küste entlang – Øresund zur rechten Seite, Villen und kleine Städtchen dazwischen. Charlottenlund liegt 8 Kilometer nördlich des Kopenhagener Zentrums, genau dort, wo die Küstenstraße Strandvejen am schönsten ist.
Der Campingplatz liegt direkt hinter den alten Festungswällen. Wer ihn nicht kennt, fährt vermutlich daran vorbei – der Eingang ist unscheinbar, fast diskret. Und dann steht man plötzlich mitten in einer anderen Zeit.
Der Platz selbst
65 Stellplätze. Das ist alles. Wer es gewohnt ist, sich auf großen Ferienparks einen Platz zu suchen, braucht hier einen Moment, um sich zu orientieren – nicht weil es unübersichtlich ist, sondern weil es so klein und ruhig ist.
Die Stellplätze liegen innerhalb und rund um die Wälle des Forts, das 1886 und 1887 erbaut wurde. Man campt nicht neben dem Fort – man campt in ihm. Die Erdwälle, der Graben, die alte Kanonenbatterie – überall Infotafeln, die erklären, was man gerade anschaut.
Wir haben das Fort an dem Abend erkundet. Das Gelände ist frei zugänglich, man kann auf die Wälle steigen und von oben über den Øresund schauen. In der Abenddämmerung ist das eine eigene Welt: Das Wasser liegt ruhig da, Schwedens Küste zeichnet sich am Horizont ab, die letzten Touristen des Tages machen sich auf den Weg zurück. Auf dem Platz selbst brennen Lichter, Camper machen Abend. Wir haben dort oben Picknick gemacht – mit Freunden, die wir dort verabredet getroffen haben. Ein besserer Abendplatz hätte uns nicht einfallen können.
Sanitär & Infrastruktur
Solide. Sauber, ordentlich, ohne Schnörkel – man findet das vor, was man auf einem gepflegten Campingplatz erwartet. Kein Kritikpunkt.
76,51 € für eine Nacht – das ist der reguläre Preis für den größten Stellplatz. Wir haben ihn bekommen, weil er der einzige noch freie war. Wer früher bucht, kann einen kleineren Platz wählen und zahlt entsprechend weniger. Günstig bleibt es trotzdem nicht – für die Lage bei Kopenhagen aber nachvollziehbar.
Noch etwas: Der Platz läuft komplett ohne Personal. Check-in, Bezahlung, alles automatisiert und digital. Das funktioniert reibungslos, aber wer vor Ort einen Ansprechpartner erwartet, ist hier falsch. Und ohne Reservierung kommt man sowieso nicht rein – 65 Plätze, viel Nachfrage.
Für Kinder & Familien
Für Familien mit jüngeren Kindern, die Spielplätze, Animation oder Programm erwarten, ist Charlottenlund Fort der falsche Platz. Es gibt das Meer – das ist der Badezugang direkt am Platz – und es gibt das Fort. Das war's.
Einen Tag verbringt man gern am Wasser. Einen weiteren kann man nach Kopenhagen, vielleicht auch zwei. Danach ist der Platz für Kinder aber nicht mehr wirklich attraktiv. Das merkte man auch an den anderen Campern: Viele waren älter und da, um Kopenhagen zu besuchen – nicht um mit Kindern Urlaub zu machen.
Umgebung & Ausflüge
Kopenhagen ist 8 Kilometer entfernt. Die S-Bahn hält direkt in Charlottenlund – Linie C, rund 20 Minuten bis ins Zentrum, der Bahnhof ist zu Fuß erreichbar. Wer Kopenhagen auf dem Plan hat, findet hier kaum einen praktischeren Ausgangspunkt.
Wir haben uns an dem Tag eher erholt – nach mehreren Reisetagen war das auch die richtige Entscheidung. Die Küste lädt zum Spazierengehen ein, der Blick über den Øresund ist für sich schon einen Stopp wert. Kopenhagen hätten wir gerne mehr Zeit gegeben. Vielleicht beim nächsten Mal.
Fazit in einem Satz
Kein Pool, kein Programm. Dafür ein Abend auf alten Festungswällen über dem Øresund. Das war es wert.
Gut für: Paare, Geschichtsinteressierte, Kopenhagen-Besucher, alle, die Lage über Ausstattung stellen
Weniger gut für: Familien mit kleineren Kindern, die Unterhaltung und Spielmöglichkeiten suchen; wer es günstig mag Würden wir wiederkommen? Ja – und das mit Nachdruck. Den größten Vorteil des Platzes haben wir nämlich gar nicht genutzt: die Nähe zu Kopenhagen. Wir waren auf der Durchreise und haben die Stadt links liegen lassen. Freunde von uns waren zur gleichen Zeit dort, aber länger – und die haben beide Varianten getestet: Mit den Öffentlichen rein in die Stadt, kein Problem. Mit dem Fahrrad, ebenfalls kein Problem. Beides hat super geklappt, so wurde uns berichtet. Wer Kopenhagen fest einplant – ein bis zwei Tage – und ruhig schlafen will, macht hier nichts falsch.
Was wir gezahlt haben: 1 Nacht im Juli 2025: 76,51 €. Kein Preisvergleich möglich, weil es keinen vergleichbaren Platz in der Gegend gibt.
Das sind unsere persönlichen Erfahrungen vom Juli 2025. Campingplätze verändern sich – Preise, Personal, Zustand. Was wir erlebt haben, muss heute nicht mehr so sein.
Euer Mathis