Camping
8. August 2026· 5 Min. Lesezeit

Huttopia Font-Romeu: 1.800 Meter hoch – Natur pur

Die letzten vierzig Minuten schrauben sich durch die Pyrenäen nach oben, Kehre um Kehre, bis die Ohren knacken. Oben dann: sechs Nächte auf 1.800 Metern, in denen wir auffällig wenig unternommen haben. Genau das hat uns gefehlt.

Huttopia Font-Romeu: 1.800 Meter hoch – Natur pur

Huttopia Font-Romeu: 1.800 Meter hoch – Natur pur

Font-Romeu-Odeillo-Via, Pyrénées-Orientales, Frankreich · Juli 2026



Lage & Anreise

Von Sérignan aus ging es quer durchs Land, mitten hinein in die Ostpyrenäen. Die letzten Kilometer vor Font-Romeu, an der Route de Mont-Louis, sind kein Vergnügen – enge Serpentinen, viel Verkehr in der Ferienzeit, und hinten im Auto wurde entsprechend gemeckert. Für Kinder ist diese Anfahrt anstrengend, das muss man vorher wissen. Wer mit kleineren Kindern plant, baut besser eine Pause ein oder verteilt die Fahrt auf zwei Tage.

Oben angekommen, ändert sich schlagartig alles. Font-Romeu-Odeillo-Via liegt auf rund 1.800 Metern – ein Ort, an dem seit Jahrzehnten französische Spitzensportler im Höhentraining unterwegs sind. Die Luft ist dünner, die Nächte kühl, selbst mitten im Juli. Im Gegensatz zur drückenden Hitze an der Küste in Sérignan war das eine andere Welt.

Der Platz selbst

Huttopia führt den Platz offiziell mit drei Sternen, aber das wird ihm nicht ganz gerecht. 164 Stellplätze, eingebettet in einen naturbelassenen Kiefernwald. Im Gegensatz zur durchgestylten Fünf-Sterne-Anlage in Sérignan mit ihren Pools und Rutschen gibt es hier keinen Schnickschnack – dafür Ruhe zwischen den Bäumen.

Wir hatten einen Premium-Plus-Stellplatz gebucht: groß, schattig, mit spürbarem Abstand zu den Nachbarn. Das war der beste Stellplatz der ganzen Reise, ohne Frage. Genug Raum für die Hängematte zwischen zwei Stämmen – und dort haben wir dann auch den Großteil unserer Zeit verbracht.

Der Pool ist beheizt, mit Blick auf die Berge – dafür aber klein. Für ein paar ruhige Bahnen am Morgen reicht er aus, für einen ganzen Nachmittag mit Kindern wird es dort schnell eng.

Sanitär & Infrastruktur

Hier muss ich ehrlich sein: Die Sanitäranlagen waren nicht durchgehend sauber. Nicht dramatisch, aber spürbar schlechter als auf den anderen Plätzen dieser Reise. Bei diesen Preisen hätten wir mehr erwartet.

Die Preise insgesamt sind ein Kritikpunkt – für die Gegend, für das Niveau der Ausstattung. Man zahlt für die Lage, nicht für Luxus.

Für Kinder / Familie

Im Gegensatz zu Sérignan, wo zweimal täglich ein volles Kinderprogramm lief, gibt es hier nur einmal am Tag die „Waldentdecker" – eine Runde durch den Wald mit dem Animationsteam. Unsere Kinder hatten darauf schlicht keine Lust. Kein Drama, aber auch kein Ersatz für das, was sie in Sérignan hatten.

Für uns als Eltern war das trotzdem genau richtig. Für die Kinder war es der ruhigste, aber auch der am wenigsten aufregende Stopp der Reise. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, sollte wissen: Dieser Platz braucht eigene Ideen für den Tag – und die lange, kurvige Anfahrt macht die ersten Stunden vor Ort nicht leichter.

Umgebung & Ausflüge

Font-Romeu selbst ist ein Ort zwischen Wintersportort und Sommerfrische – touristisch, aber sympathisch. Ein Bummel durch den Ort füllt problemlos einen Nachmittag. Drumherum gibt es gute Wanderwege in alle Richtungen, dazu einige bekannte Fahrradstrecken der Pyrenäen – wer mit dem Rennrad unterwegs ist, findet hier ernstzunehmende Anstiege.

Mit der Gondelbahn sind wir ganz nach oben gefahren und dann zu Fuß wieder runter – knapp 10 Kilometer, die ganze Zeit mit Blick über das Tal. Einer der schönsten Nachmittage der ganzen Reise.

Am meisten hängengeblieben ist uns aber der Ausflug über die Grenze: durch Andorra und weiter nach La Seu d'Urgell, direkt südlich davon in Spanien. Ein Traum von einer Stadt – eine Altstadt, durch die man einfach nur schlendern will, dazu eine Chocolaterie mit den besten Churros der ganzen Reise. Und alles zu Preisen, die nach Sérignan und den französischen Pyrenäen richtig günstig wirkten. Wer hier campt, sollte diesen Abstecher einplanen.

Vom restlichen Angebot haben wir nur einen Teil genutzt. Die meiste Zeit haben wir in der Hängematte verbracht, mit Blick durch die Baumkronen. Nach zwei bewegten Wochen war das genau die richtige Entscheidung.

Fazit in einem Satz

Kein Action-Platz, kein Kinderprogramm, nicht mal ein großer Pool – aber genau der Ort, an dem unser Urlaub nach zwei bewegten Wochen endlich ankam.


Gut für: Erholungssuchende, Wanderfreunde, Naturliebhaber, Fahrradfans Weniger gut für: Familien mit kleinen Kindern (wegen der Anfahrt), wer günstig campen will, wer makellose Sanitäranlagen braucht Würden wir wiederkommen? Ja, definitiv.

Was wir gezahlt haben: 6 Nächte im Juli 2026: 490,12 € gesamt / 81,69 € pro Nacht.


Euer Mathis


Das sind unsere persönlichen Erfahrungen vom Juli 2026. Campingplätze verändern sich – Preise, Personal, Zustand. Was wir erlebt haben, muss heute nicht mehr so sein.